Verantwortungslos - markige Sprüche und die berichterstattende Zunft
Aktualisiert: vor 1 Tag
In gewisser Weise gehöre ich mit dem Schreiben der Beiträge in meiner Rubrik „So schaut’s aus“ auch dazu, aber stolz bin ich darauf nicht. Eigentlich wollte ich den neuen Artikel nochmals dem wichtigen Thema „Eltern“ im Zusammenhang mit der Talententwicklung widmen, aber der unmittelbare Einfluss der Medien und die gegenwärtige Berichterstattung ließen mir keine Ruhe und so greife ich das Thema „aktuelle, insbesondere webbasierte Berichterstattung“ und die damit verbundenen Gefahren nochmals auf. In meinem zweiten Beitrag, ...Wandel der Gesellschaft, schrieb ich über die Auswirkungen der Nutzung digitaler Devices und über soziale Plattformen.
Heute möchte einige Aspekte ergänzen und gleich vorwegnehmen, dass ich von webbasierter Berichterstattung, bspw. von Michael Wagners Idee, Aktuelles rund um den Amateurfußball auf seiner Seite FuPa darzustellen, begeistert bin. FuPa liefert seit 2006 Fakten und kurze Zusammenfassungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu Spielen außerhalb des Profibereichs. Zunächst war es angedacht, dass die Vereine aus dem Kreis Passau selbst Berichte zu Ihren Spielen verfassen und „online“ stellen, aber schnell zeichnete sich eine große Nachfrage und das Wachstum FuPa’s ab.
Heute gibt es sogar umfangreiches Videomaterial über einige Spiele, die der interessierte Fußballbegeisterte über FuPa konsumieren kann. Möglich wurde dies u.a. durch die technologische Entwicklung in den letzten Jahren und der exponentielle Trend setzt sich fort. In der Technologiebranche ist dies als "Mooresches Gesetz" bekannt.
Mit dem technologischen Fortschritt wuchs nicht nur FuPa, sondern es entstanden viele Plattformen, auf denen „News“ zum Fußball verbreitet wurden. Und das ist leider nicht immer positiv und im Zusammenhang mit der Talententwicklung kritisch zu hinterfragen.
Brandaktuell sind viele Beiträge unterschiedlichster Akteure, bspw. die des Bundesliga-Trainers Steffen Baumgart (Auch Baumgart knöpft sich DFB-Reform des Jugendfußballs vor), die sich kritisch zur DFB-Reform im Nachwuchsbereich äußern. Grds. ist an Kritik nichts auszusetzen. Im Gegenteil: Kritik ist häufig eine Chance zur Entwicklung!
Warum aber arbeite ich mich an diesen Äußerungen ab, die im Übrigen nicht nur Baumgart tätigte?
Menschen, die ein gewisses öffentliches Interesse genießen und auch Journalisten, tragen eine Verantwortung, der sie meines Erachtens immer weniger gerecht werden.
Ich kenne Herrn Baumgart nicht persönlich, finde seine Art und auch die Art, wie er Fußball spielen lässt, sehr erfrischend und angenehm differenziert. Und vielleicht bin ich gerade deshalb von seinen Äußerungen so angefasst. Führt er in dem oben erwähnten Artikel doch aus, wir seien eine Generation, die nur noch den weichen und seichten Weg ginge. Es sei doch nicht schlimm, wenn ein Kind verlöre. Es müsse doch lernen, mit Niederlagen umzugehen. Ich müsse doch lernen, Spaß an dem Sport zu haben, nicht nur, wenn ich zehn Tore schösse.
Und genau an dieser Stelle möchte ich Journalisten und Herrn Baumgart und alle die gleichermaßen im öffentlichen Rampenlicht agieren ermahnen, Kritik fundiert zu äußern! Was haben die Änderungen, die im Zusammenhang mit der DFB-Nachwuchsreform umgesetzt werden sollen damit zu tun, dass unsere Gesellschaft den weichen und seichten Weg ginge oder dass Kinder im Zusammenhang mit dem Fußballspiel keine Niederlagen mehr hinnehmen müssten? NICHTS!
Es kann doch nicht darum gehen, für den Spruch des Jahres, geehrt zu werden, wenn dabei die Fakten auf der Strecke bleiben.
Warum erwähne ich die Journalisten in diesem Zusammenhang auch? Weil einem Profi in Bezug auf Berichterstattung mehr an einer faktenbasierten und ehrlichen Darstellung liegen sollte, als an sensationellen Schlagzeilen, die vielleicht viele „Klicks“ generieren, aber mit der Wirklichkeit nur Berührungspunkte haben.
Eingangs hatte ich mit dem Portal FuPa die Berichterstattung im Amateurfußball erwähnt und auch der Nachwuchs, insbesondere die Auswahlmannschaften des DFB, rücken immer mehr in den Fokus der Berichterstattung. Und hier tragen wir alle eine besondere Verantwortung! Reden wir Reformen nicht pauschal schlecht, berichten wir verantwortungsbewusst! Denn unsere Nachwuchskicker, und das können sie in meinem Beitrag „...Wandel der Gesellschaft“ nachlesen, verfügen höchstwahrscheinlich über elektronische Devices und werden Artikel im Zusammenhang mit ihrer Sportart lesen!
Vielleicht sind unsere Fußball-Junior:innen aber noch nicht so weit, Berichte differenziert zu analysieren und deren Inhalt einzuordnen.
Lasst uns daher unserer Verantwortung gerecht werden: berichten wir wahrheitsgemäß und weniger sensationsgeil!
Einmal weniger für den Spruch des Jahres geehrt werden und sich bei seinen Äußerungen an den Tatsachen orientieren, wäre vor allem mit Blick auf die Entwicklung unserer Talente angebracht!
Ich freue mich darauf, mit Euch nächste Woche ein weiteres Thema der Talententwicklung unter meiner Rubrik „So schaut’s aus“ aufzugreifen. Bis dahin! Bleibt gesund und allzeit einen guten Ball!



