top of page

Systemisches Coaching talentzentriert © #3

Walter Sperger
20. Feb. 2024
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Stunden

Kleiner Einblick in den theoretischen Background - neugierig?

Nachdem mir vergangene Woche das Spiel von Bayer 04 Leverkusen gegen den FC Bayern München eine Steilvorlage zu einem Beitrag lieferte, möchte ich mich heute wieder sachlicher dem von mir geprägten Konzept des Systemischen Coachings talentzentriert © widmen und einen kleinen Einblick in den theoretischen Background gewähren.

Die relevanten sozialen Elemente (Bezugspersonen) aus talentzentrierter Sicht hatten wir mit den Eltern, Geschwistern, Lehrern, Trainern, Freunden, Vereinsfunktionären und dem Spielerberater aufgelistet bzw. im Schaubild dargestellt. Mit all diesen Personen kann ein Systemischer Coach arbeiten, um den Weg eines Talents oder einiger Talente zu ebnen. Talentzentriert bedeutet nicht, dass ich lediglich mit dem Spieler interagiere sondern er im Fokus des Ansatzes steht. Wenn Bezugspersonen einem Coaching gegenüber aufgeschlossen sind und der Dialog mit ihnen ggf. auch gemeinsam mit dem Spieler sinnvoll erscheint, dann arbeiten wir so deutlich effizienter. In meinen Darstellungen erwähne ich neben dem Talent, häufig nur dessen Eltern und den Trainer, weil diese unmittelbar und meistens den größten Einfluss auf die Entwicklung des Spielers haben. Damit möchte ich jedoch die anderen Bezugspersonen nicht ausschließen, sie werden allerdings frühestens nach einer Session mit dem Talent und auf Basis dessen Wunsches mit einbezogen.

Der Vollständigkeit halber möchte ich an dieser Stelle auch nochmals darauf hinweisen, dass das Coaching ein Begleiten gesunder Klienten (Coachees) darstellt, um diese in deren Entwicklung zu unterstützen. Bei Krankheitsbildern, wie bspw. Zwängen oder Ängsten, verweise ich meine Coachees an Psychotherapeuten oder Psychiater.

Während einer Coaching-Session kommt es gelegentlich auch vor, dass ich aus der Rolle des Coaches in die des Beraters wechsle. Das ist dann der Fall, wenn meine Erfahrungen helfen können, Entscheidungen des Coachees zu erleichtern. Immer dann verweise ich darauf, bevor ich ein Rat erteile.

Damit soll der Rahmen von Coachings für heute ausreichend umrissen sein und ich spanne Euch nicht länger auf die Folter. Hier bekommt ihr einen Einblick in den theoretischen Background meiner Coachingtätigkeit: Die Dilts Pyramide!






Die Dilts Pyramide besteht aus sechs Ebenen und repräsentiert verschiedene Aspekte der Veränderung und des persönlichen Wachstums. Wobei helfen uns die Ebenen? Kurz und knapp gesagt, bei der Fragestellung während des Coachings.Der Coach muss erkennen, auf welcher Ebene der Coachee gerade Unterstützung in Bezug auf seine Entwicklung benötigt. Themen einer Ebene begegnet man mit Fragen auf dieser oder der nächsthöheren Ebene, wenn man in seinem Einflussbereich bleibt.

Umgebung/Umwelt: Die äußere Ebene, die sich auf die äußeren Bedingungen, Umstände und Ressourcen bezieht.

Bsp.: Durch eine Anpassung seiner Ausrüstung, Schuhe mit besserer Dämpfung und einer speziellen Einlage, kann der Spieler seine Kniegelenksprobleme nach Trainingseinheiten und Spielen auf Kunstrasen vermeiden.

Verhalten: Die Ebene des messbaren Verhaltens und der Handlungen einer Person.

Bsp.: Nach einer Ernährungsberatung wird der Inhalt des Kühlschranks umorganisiert. Eiweißreiche Kost, Obst und Gemüse rücken ins Sichtfeld. Ungesünderes wird verbannt oder in den nicht so gut einsehbaren Bereich verfrachtet. Dadurch wird das Ernährungsverhalten des Sportlers positiv beeinflusst.

Fähigkeiten und Fertigkeiten: Die Ebene der Fähigkeiten, Fertigkeiten und Techniken, die eine Person besitzt.

Bsp.: Ein Spieler übt kurze Antritte nach einem optischen Signal um seine fußballspezifische Schnelligkeit zu trainieren oder aber auch Gehirntraining mit Übungen aus der Life Kinetik® um neue Synapsen zu bilden.

Überzeugungen und Werte: Die Ebene der Überzeugungen, Werte und Grundsätze, die das Verhalten und die Entscheidungen einer Person beeinflussen.

Bsp.: Weil es gerade sehr aktuell ist, möchte ich hier ein Negativbeispiel anführen, das diese Ebene und auch die der Identität sehr deutlich macht. Spieler wie Leon Goretzka oder Josua Kimmich wird durch öffentliche Bekundungen des Trainers und die permanente Wiederholung in den Medien und aber auch durch Nominierungen/Nichtnominierungen mittelbar mitgeteilt, sie seien keine „Holding Six" und/oder damit nicht gut genug im Zentrum der Bayern Führungsverantwortung zu übernehmen. Durch diese Verunsicherung gelingen Dinge nicht mehr so gut und mit der Zeit reift die Überzeugung, die Verantwortung im Zentrum nicht übernehmen zu können.

Identität: Die Ebene, auf der sich die Selbstbilder, Rollen, Ziele und Visionen einer Person befinden.

Bsp.: Aus dem obigen Beispiel abgeleitet ist die Identität, keine „Holding Six" oder kein Führungsspieler zu sein. Thomas Tuchel hat also durch das Absprechen einer Identität, Leon Goretzka und Josua Kimmich seien keine Holding Six oder aber keine Führungsspieler, deren Identität infrage gestellt und auch die Überzeugungen und Werte ins Wanken gebracht.

Zugehörigkeit und Spiritualität: Die höchste Ebene, die sich auf die Verbindung zu etwas Größerem, zur Gemeinschaft und zur Spiritualität bezieht.

Bsp.: Ein Mentoring-Programm, in dem bspw. ein ehemaliger Spitzensportler eines Clubs einen neuen Spieler besonders in dessen Anfangsphase in die Umgebung, aber auch in die Werte und Vision des Clubs einführt, schaffen beim Neuzugang ein Zugehörigkeitsgefühl und den Glauben an etwas Gemeinsames / Größeres.

Indem ich meinen Coachee gezielt Fragen mit Bezug auf die jeweilige Ebene oder der Ebene darüber stelle, begleite ich ihn auf seinen Entwicklungsschritten.

Ich hoffe, Euch mit der Einführung in die Dilts Pyramide einen kleinen Einblick in die theoretischen Grundlagen meines Coachings gegeben zu haben. Natürlich gibt es noch viel hinzuzufügen, aber das würde den Rahmen an dieser Stelle sprengen.

MIT KLARHEIT, FOKUS UND GELASSENHEIT ZU EINER OPTIMALEN ENTWICKLUNG

Bis dahin! Bleibt gesund und allzeit einen guten Ball!

 
 
bottom of page