Systemisches Coaching talentzentriert © #1
Aktualisiert: vor 7 Stunden

Letzte Woche habe ich Euch ein Bild eines Talents mit auf den Weg gegeben, aus dem hervorging, mit welchen sozialen Elementen es sich in den verschiedenen Bereichen entwickelt.
Mit den Gebieten der sportlichen, persönlichen und schulischen Entwicklung sind die wesentlichen Felder aufgegriffen.
Aus der Grafik der vergangenen Woche war jedoch leider nicht deutlich hervorgegangen, in welcher Wechselwirkung die Sozialen Elemente mit und zueinander stehen. Das hat mich die ganze Woche so beschäftigt, dass ich mich immer wieder an ein Bild setzte, um Euch diese besonderen Beziehungen zu verdeutlichen. Das Talent steht nicht nur im Austausch mit den einzelnen sozialen Elementen, sondern die Elemente stehen untereinander ebenfalls in Beziehung, was die Verbindungen zwischen den jeweiligen Punkten transparent machen sollen.
Ich möchte Euch das anhand eines Beispiels kurz erläutern, was nicht unmittelbar auf der Hand liegt:
Der jüngere Bruder einer fünfzehnjährigen, talentierten Spielerin begleitet seine Eltern auf dem Weg zum Stützpunkt, um noch ein paar Minuten des Trainings zu beobachten und anschließend nach Hause zu fahren. Während dieser letzten Minuten erlebt er an der Seitenlinie des Trainingsplatzes, wie der Trainer mit den Spieler:innen agiert. Bereits diese wenigen Eindrücke formen Bilder im Kopf des Jungen, welche ihn in Bezug auf die Kommunikation bewusst und unbewusst beeinflussen.
Der Bruder interagiert nun direkt und indirekt mit den Trainern, Lehrern, Freund:innen, ggf. anderen Geschwisterkindern, den Vereinsfunktionären, dem Spielerberater, den Eltern und nicht zuletzt der talentierten Schwester. Je nachdem, welche Eindrücke er sammelte, wird die Kommunikation in die eine oder andere Richtung beeinflusst. Das mag zunächst vernachlässigbar erscheinen, kann aber im Einzelfall oder aber in der Summe aller Interaktionen erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung der talentierten Schwester haben.
Die obige Grafik ist Grundlage für einen Gesamtüberblick, den ich mit Euch die kommenden Wochen erarbeiten möchte. Daher ist es mir wichtig, den Grundsatz, den ich vergangene Woche bereits erwähnt habe, heute nochmals zu wiederholen:
Es gibt ein einschränkendes Element: Die Zeit! Je mehr Zeit in ein Entwicklungsfeld investiert wird, desto weniger steht für die Optimierung der anderen Bereiche zur Verfügung.
Liegt eine Störung in einem Entwicklungsbereich oder aber mit einem sozialen Element vor, dann strahlt diese Störung über alle Elemente und Entwicklungsfelder aus!
Mit dem Kreis „Systemisches Coaching talentzentriert ©“, der die Entwicklungsfelder und die sozialen Elemente einschließt, möchte ich mein Rollenverständnis verdeutlichen.
Mit verschiedenen Kommunikationstechniken begleite ich Talente, deren Eltern, Trainer oder auch andere maßgebliche „Player“ in diesem Geschehen, um ein möglichst optimales Entwicklungsumfeld zu schaffen oder wiederherzustellen.
Da ich als Coach in fast allen Rollen bereits Verantwortung übernahm bzw. trage, sind mir die Motive und die Rahmenbedingungen der jeweiligen Akteure bestens vertraut.
Mein Verständnis für die einzelnen Menschen, deren Rollen und Interaktionen sowie die Erfahrung auf den unterschiedlichen Entwicklungsfeldern stärken meine Katalysatorfunktion.
Als externer Akteur, der weder eine Vereinszugehörigkeit aufweist, noch anderweitig von der Entwicklung des Talents profitiert und von dem sich ein pubertierender Jugendlicher nicht abgrenzen muss, schaffe ich eine Vertrauensbasis, die unabdingbar für den kommunikativen Erfolg ist.
Nächste Woche werden wir anfangen, die Entwicklungsfelder etwas genauer zu betrachten.
Bis dahin! Bleibt gesund und allzeit einen guten Ball!



