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#23: U17-Weltmeister, Talentförderung tutto bene?

Walter Sperger
10. Dez. 2023
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 7 Stunden

Herzlich willkommen, Fußballfreunde, zu einer neuen Ausgabe von "So schaut's aus"! Diesmal werfen wir einen Blick auf den Erfolg unserer U17-Nationalmannschaft, die sich den Weltmeistertitel gesichert hat. Doch Vorsicht ist geboten, denn Stillstand ist Rückschritt, besonders im Bereich der Talentförderung. Lasst uns gemeinsam durchleuchten, welche Schritte notwendig sind, um weiterhin an der Spitze zu bleiben.

Ein Blick auf die Vergangenheit zeigt, dass Selbstgefälligkeit uns oft eingeholt hat, wenn wir dachten, alles sei perfekt. Doch der U17-Weltmeistertitel darf nicht als Krönung, sondern als Ansporn für Veränderungen verstanden werden. Die Strukturen im Fußballverband müssen agiler werden, Innovationen zulassen und mutig neue Wege beschreiten. Denn nur so können wir sicherstellen, dass notwendige Veränderungen nicht auf sich warten lassen.

Im Kinderfußball haben wir bereits wichtige Schritte gemacht, indem wir eine Neuausrichtung vorangetrieben haben. Dies zeigt, dass Veränderungen möglich sind, aber sie müssen schneller kommen. Eine zentrale Erkenntnis dabei ist, dass unsere Strukturen innovationshemmend sind. Die U17- und U19-Bundesligen müssen ebenso reformiert werden, um Trainer nicht ausschließlich an der Tabelle ausrichten zu lassen.

Abseits der Neuausrichtung der Wettbewerbe müssen wir auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Talentförderung nutzen. Die Persönlichkeitsentwicklung, die Vorbereitung auf einen beruflichen Werdegang neben dem Fußball und das Erlernen von Fähigkeiten durch andere Sportarten dürfen nicht vernachlässigt werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Vertrauen in unsere Talente. Wenn wir Hindernisse aus dem Weg räumen, verhindern wir, dass sie Verantwortung übernehmen. Selbstständigkeit und Eigenverantwortung sind essenziell für die Entwicklung junger Spieler.

Ein vernachlässigter Bereich in Deutschland betrifft die Kooperation zwischen Fußballleistungszentren (NLZ) und Schulen. Hier sollten die Verantwortlichen stärker zusammenarbeiten, um den jungen Sportlern mehr Unterstützung zu bieten. Dieses Thema wird in einem eigenen Beitrag noch genauer beleuchtet werden.

Abschließend sei betont, dass der Erfolg der U17-Mannschaft die Bedeutung von Teamgeist und mannschaftlicher Geschlossenheit unterstreicht. Der Vortrag von Markus Weise, "Trainer kannst Du auch Coach?", bietet hierzu interessante Einblicke.

Zum Schluss appelliere ich an die Funktionäre der Bundesligavereine: Warum bekommen Nachwuchsspieler in anderen Ländern mehr Einsatzzeiten in den obersten Ligen? Diese Frage sollte uns alle zum Nachdenken anregen. Ist es ein kulturelles Problem oder gibt es strukturelle Hindernisse?

Ich freue mich darauf, mit Euch nächste Woche ein weiteres Thema der Talententwicklung unter meiner Rubrik „So schaut’s aus“ aufzugreifen. Bis dahin! Bleibt gesund und allzeit einen guten Ball!

 
 
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